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Weil gute Entscheidungen nicht nur mit
dem Kopf getroffen werden.
Dem körperlichen Gespür Raum geben -
dort, wo Veränderung beginnt.

Für WEN ist Focusing?

Für Menschen in einer Entscheidungssituation, bei der der Kopf längst alle Argumente kennt und trotzdem kein klares Ja oder Nein kommt. Focusing setzt genau dort an, wo Abwägen allein nicht weiterführt.
Für Menschen, die viel Verantwortung tragen und gewohnt sind, schnell zu urteilen, denen aber auffällt, dass unter dem schnellen Urteil noch etwas anderes liegt, das noch keine Worte hat.
Für Menschen, die einen Zugang zu sich selbst suchen, der nicht über weiteres Reden oder weiteres Analysieren läuft. Wer schon viel reflektiert hat und merkt, dass das Nachdenken allein nicht mehr weiterträgt, findet in Focusing einen anderen Weg.
Für Menschen, die bereit sind, bei einer unklaren Ahnung zu bleiben und der Antwort Zeit geben, statt sie sofort in eine Schublade zu packen.

Das Richtige für DICH, wenn ...

du das Gefühl hast im Hamsterrad zu laufen. Egal wie schnell du alles erledigst, die To-Do-Liste wird immer länger.
du oft das Gefühl hast, das Leben zieht an dir vorüber ohne dass du daran teil nimmst. Wenn du dir wieder mehr Lebendigkeit wünscht.
Du immer wieder an dir selbst zweifelst und dich über die Maßen kritisierst.
deine Gedanken sich immer wieder im Kreis drehen und du letzlich Entscheidungen triffst, die sich nicht stimmig anfühlen.
du aus deinem ganzheitlichen Selbst (Verstand und Intuition) heraus leben möchtest.

Was ist Focusing NICHT?

Focusing ist keine Entspannungstechnik. Ziel ist nicht, ruhiger zu werden, sondern eine unklare, körperlich spürbare Ahnung zu einem Thema aufzusuchen und ihr zuzuhören. Entspannung kann sich einstellen, ist aber nicht der Zweck.
Focusing ersetzt keine Psychotherapie und liefert keine schnelle Lösung. Es ist eine Haltung im Umgang mit sich selbst, keine Technik gegen ein akutes Problem. Wer eine schnelle Antwort sucht, wird von Focusing eher gebremst als bedient.
Focusing ist keine Meditation. Gendlin selbst hat den Unterschied so beschrieben: der Fahrstuhl hält auf halber Höhe, dort, wo der Körper noch antworten kann. Meditation geht oft tiefer in die Stille. Focusing bleibt in Kontakt mit einem konkreten Anliegen.
Focusing ist kein Nachdenken über ein Problem. Der Verstand analysiert, sortiert, bewertet. Focusing sucht das Gegenteil: einen körperlich gespürten Eindruck, der noch keinen Namen hat, bevor er in Worte gefasst wird.
Focusing - den Körper zu Wort kommen lassen.
Was ist Focusing?
Focusing ist ein Prozess, mit dem du dich einem Thema auf eine besondere Weise zuwendest: nicht nur denkend, sondern auch über das, was du dazu körperlich spürst.
Manchmal WISSEN wir sehr viel über eine Situation. Wir haben sie analysiert, mit anderen besprochen, Vor- und Nachteile abgewogen. Und trotzdem bleibt etwas offen.
Basis der Focusing-Arbeit ist das Wahrnehmen von inneren Empfindungen (Felt Sens). Jedes Erleben erzeugt eine Resonanz auf körperlicher Ebene. Und diese Resonanz beinhaltet zumeist auch schon den Lösungsimpuls.
Es kann sich als Druck, Enge, Unruhe, Schwere, Leere oder als vages Gefühl zeigen. Manchmal kommt ein Bild, ein Satz, eine Bewegung oder eine Erinnerung. Zunächst ist es oft noch nicht klar benennbar. Focusing gibt diesem noch unklaren Erleben Zeit und Aufmerksamkeit
Woher kommt Focusing?
Focusing wurde von Eugene T. Gendlin entwickelt, einem Philosophen und Psychologen an der University of Chicago.
In seiner Forschung mit Carl Rogers und dessen Team zeigte sich: Entscheidend für hilfreiche Veränderungsprozesse war nicht die verwendete Methode. Menschen erreichten größere und vor allem nachhaltigere Veränderungen, wenn sie mit körperlich Gespürtem in Kontakt waren.
Eugene Gendlin entwickelte daraus einen systematischen Prozess (Focusing), durch den diese Fähigkeit bewusst erlernt und begleitet werden kann.
Was ist der Felt Sense?
Ein zentraler Begriff im Focusing ist der Felt Sense. Ein Felt Sense ist das körperlich spürbare, zunächst noch unklare Gesamtgefühl zu einer Situation.
Du denkst zum Beispiel an eine Entscheidung. Dein Kopf kennt viele Argumente. Gleichzeitig ist da vielleicht ein Ziehen im Bauch, eine Enge im Hals oder ein inneres Bild. Dieses körperlich gespürte Mehr ist der Felt Sense. Er enthält Bedeutung, bevor du diese Bedeutung vollständig in Worte fassen kannst. Wenn du bei diesem Gespür bleibst, kann sich etwas weiterentwickeln: Ein passender Satz, ein Bild, eine Erkenntnis oder ein nächster Schritt.
Eugene Gendlin nannte diese spürbare Veränderung einen Felt Shift.
Focusing ist kein Analyseverfahren.
Im Focusing wird die Vergangenheit nicht analysiert oder aufbereitet. Auch das, was sich im Focusingprozess gezeigt hat, wird nicht von mir, als Focusing-Begleitet gedeutet oder erklärt. Die interpretation obliegt allein dem Focusierenden.
Manchesmal endet eine Focusing-Sitzung auch ohne eine Erkenntnis, die sich in Worte fassen lässt. Aber trotzdem findet eine Veränderung statt. Focusing wirkt in dir nach. Es geht auch nicht darum, ein unangenehmes Gefühl möglichst rasch loszuwerden.
Focusing fragt nicht: Wie kann ich das wegmachen? Es fragt: Was ist da eigentlich? Und was braucht dieses Erleben von mir?
Was ist Focusing? Erklärt von Gene Gendlin himself :-)
Dr. Eugene Gendlin erklärt in dieser Audioaufnahme (eine der wenigen auf Deutsch) was Focusing ist.

Die sechs Phasen des Focusing-Prozesses

Die sechs Schritte nach Eugene Gendlin sind keine starre Reihenfolge. In einer Sitzung können sie ineinander übergehen, sich wiederholen oder ganz unterschiedlich viel Raum einnehmen. Sie bieten eine Orientierung für einen natürlichen inneren Prozess.

1. Freiraum schaffen

Am Beginn geht es darum, innerlich etwas Abstand zu allem zu gewinnen, was gerade da ist. Du bemerkst vielleicht mehrere Themen: eine offene Entscheidung, ein Konflikt, Sorgen, Druck, Müdigkeit. Du musst noch keines davon lösen. Du nimmst wahr: Da ist einiges. So entsteht ein erster innerer Raum.

2. Den Felt Sense entstehen lassen

Dann wenden wir uns einem Thema zu, das gerade Aufmerksamkeit braucht. Nicht mit der Frage: „Was denke ich darüber?“ Sondern mit der Frage: „Wie fühlt sich das Ganze in mir an?“ Du wartest, ohne etwas erzwingen zu wollen. Vielleicht zeigt sich zunächst nur ein unbestimmtes Gefühl. Das genügt.

3. Einen Ausdruck finden

Für das, was du spürst, kann sich ein Wort, ein Satz, ein Bild oder eine Geste finden. Vielleicht ist es „wie festgehalten“. Vielleicht „ein Knoten“. Vielleicht ein müdes Pferd. Vielleicht ein Satz wie: „Ich kann nicht mehr.“ Dieser Ausdruck muss nicht schön, logisch oder endgültig sein. Er ist ein erster Versuch, dem Erlebten eine Sprache zu geben.

4. Resonanz prüfen

Du spürst nach: Stimmt es? Passt „festgehalten“ wirklich? Oder ist es eher „eingesperrt“? Ist das Pferd ängstlich, erschöpft oder entschlossen? Der Körper reagiert auf stimmige Worte oft mit einem kleinen inneren Gefühl von „Ja, genau“.

5. Behutsam fragen

Aus diesem stimmigen Kontakt heraus kann eine Frage entstehen. Nicht: „Warum ist das so?“ Sondern eher: „Was ist das Schlimmste daran?“ „Was braucht dieses Etwas gerade?“ „Was möchte es, dass ich verstehe?“ „Was würde einen kleinen Unterschied machen?“ Dann wartet man wieder. Die Antwort wird nicht herbeigedacht. Sie darf aus dem Erleben auftauchen.

6. Annehmen & Lassen

Was auch immer kommt, wird zunächst wahrgenommen und angenommen. Vielleicht entsteht Erleichterung. Vielleicht Traurigkeit. Vielleicht ein klares Bild oder ein nächster Schritt.
Manchmal bleibt etwas noch offen. Auch das ist in Ordnung. Focusing bedeutet nicht, dass jede Sitzung mit einer fertigen Lösung endet. Es bedeutet, dem eigenen Erleben so zu begegnen, dass es sich weiterentwickeln kann.
WICHTIGER HINWEIS
Ich verwende Focusing in meiner Coaching-Arbeit um Menschen in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung zu unterstützen.
Meine Begleitung ist KEINE medizinische, psychologische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung.